Geteilte Erinnerung – Grenzerfahrungen zwischen Harz und Heide“ ist ein gemeinsames Projekt des Lehrstuhls für Geschichte und Geschichtsdidaktik am Historischen Seminar der TU Braunschweig und des Staatsarchivs Wolfenbüttel mit dem Ziel einer systematischen Erfassung und Sammlung von Erfahrungsberichten vom Leben an und mit der Grenze. Im Zusammenhang damit soll langfristig ein frei zugängliches und wissenschaftlichen Ansprüchen genügendes „Erfahrungsarchivs“ beim Staatsarchiv Wolfenbüttel entstehen, wobei das besondere Interesse auf Selbstzeugnissen aller Art liegt, die durch Interviews und systematische Befragungen ergänzt und angereichert werden. Räumliches Zentrum der Untersuchung ist das niedersächsisch – sachsen-anhaltinische Grenzgebiet und hier insbesondere das durch die deutsche Teilung nach 1945 zum Grenzraum gewordene ehemalige Braunschweiger Land zwischen Wolfsburg und Bad Harzburg mit seinen grenznahen Städten Helmstedt, Schöningen, Hornburg, Salzgitter bzw. Ortschaften wie Oebisfelde, Marienborn, Hötensleben, Osterwieck, Ilsenburg auf ehemaliger DDR-Seite. Unabhängig von der juristisch vollzogenen Deutschen Einheit bleibt der Erinnerungsort Grenze auch über den 3. Oktober 1990 hinaus bedeutsam. Denn Grenzen sind äußere Tatsachen, die teilen und verbinden, aber auch innere Linien, die Zugehörigkeits- und Loyalitätsverhältnisse auf lange Sicht manifestieren. Forschungsrelevant sind daher auch die Nachwirkungen der Teilung mit ihren individuellen und kollektiven Reserven. Gleichwohl macht es sich das Projekt zur Aufgabe, die deutsche Einheit im Kleinen und Alltäglichen am regionalen Fall stärker als bislang als Erfolgsgeschichte zu erzählen. Langfristiges Ziel ist die Anschlussfähigkeit für europäische wie außereuropäische Vergleiche.

 

 

Projektteam

Leiter:

Prof. Dr. Matthias Steinbach m.steinbach[at]tu-bs.de

Mitarbeiter:

Dr. Michael Ploenus ploenus[at]web.de,
Christian Sielaff c.sielaff[at]tu-bs.de,
Marco Kunze m.kunze[at]tu-bs.de

Sekretariat:

Sabine Volkmer s.volkmer[at]tu-bs.de, Historisches Seminar, Abt. Geschichte und Geschichtsdidaktik, Bienroder Weg 97, 38106 Braunschweig

 

Förderung: Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und Stiftung Nord/LB – Öffentliche